Ulrich Benzing Technischer Projektleiter

29. April 2017

Regeln für den Investor: Die zweite Grundregel des Investierens

Filed under: B-Quant,Investieren — admin @ 10:39:05

Liebe Leser: Nachdem wir die erste Grundregel geklärt haben – nämlich niemals mit zwingend für den Lebensunterhalt benötigtem Geld zu spekulieren und sie kurz begründet haben, betrachten wir als nächstes das „Klumpenrisiko“ oder vornehmer ausgedrückt das Risiko mangelhafter Streuung des Anlagekapitals.

Die zweite Regel für den Investor lautet: „Du musst Dein Kapital ausreichend streuen“.

Lassen Sie mich zunächst ein Beispiel anführen:
Angenommen, Anton erarbeitet ein Anlagemodell, das ziemlich gute Ergebnisse liefert – Er macht im Schnitt pro Wertpapiergeschäft einen Profit von 4,8 Prozent in einem Zeitraum von durchschnittlich nur 43 Tagen. Er investiert immer sein gesamtes Kapital in eine Aktie.  Trotzdem verliert er über einen Zeitraum von 15 Jahren fast 40 Prozent. Woran liegt das?

Das Problem sind natürlich die Transaktionen mit starken Rückschlägen. Selbst wenn in einem Anlagezeitraum von 15 Jahren keine höheren Verluste je Transaktion als maximal -43 Prozent auftreten, wird Anton früher oder später eine Pechsträhne haben. Und nach einem 50%-Verlust muss er 100% gewinnen, nur um wieder auf dem gleichen Wert wie vorher zu liegen.

Bert hingegen verwendet exakt die gleiche Anlagestrategie, er verteilt sein Kapital aber einfach auf 30 Positionen –  ohne auf Branchenrisiken zu achten. Er macht ansonsten alles gleich wie Anton… und hat nach 15 Jahren 335000 Euro.

Auch Bert’s Verteilungsstrategie ist nicht optimal- aber er setzt nicht alles auf eine Karte… und gewinnt auf lange Sicht. Der Grund, warum er so viel besser liegt als Anton, liegt darin, dass seine Wahrscheinlichkeit, einen massiven Verlust zu erleiden, sehr viel geringer ist als bei Anton. Fachleute bezeichen dies gerne als „Portfolioeffekt“.

Im nächsten Artikel: über die Schrecken von „Long Only“ und „Mindestinvestmentprozentsatz“…

Über den Autor: Ulrich Horst Benzing ist Diplom-Informatiker. Er studierte in Saarbrücken Informatik und Wirtschaftswissenschaften mit Betonung auf Investition, Finanzierung, effiziente Algorithmen, Datenbanken und VLSI Design. Er ist seit rund 22 Jahren aktiv in den Bereichen Informationstechnologie und Finanzen.

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15. April 2017

Regeln für den Investor – Der Grund für Die erste Regel des Investierens

Filed under: Investieren — uhb @ 14:51:03

Was man unbedingt beachten muss, um nicht Pleite zu gehen und als Investor erfolgreich zu sein: Der Grund für die erste Regel des Investierens


Liebe Leser: Nachdem wir die erste Grundregel geklärt haben – nämlich niemals mit zwingend für den Lebensunterhalt benötigtem Geld zu spekulieren – möchte ich eine kurze Begründung für diese eigentlich selbstverständliche Regel geben:

Investieren erfolgt immer, wirklich immer, unter Unsicherheit. Es gibt keine wirklich risikolose Investition. Auch nicht in Staatsanleihen, nicht bei Ihrer Bank, nirgends. Allerdings unterscheiden sich natürlich die Risikowahrscheinlichkeiten; aber die Grundregel besteht.

Welche Risiken können Sie treffen? Wir fassen die wichtigsten kurz zusammen:

Kursrisiko – Sie liegen falsch im Markt
Kontrahentenrisiko – Ihre Bank, Ihr Broker etc gehen pleite
Länderrisiko und Währungsrisiko: Ihre Anlage währung bricht zusammen, oder Sie können das Kapital nicht mehr abziehen
Liquiditätsrisiko: Ihre Wertpapiere sind nicht mehr hinreichend liquide (im Prinzip eine Sonderform des Kursrisikos)
Inflationsrisiko: letztlich eine Sonderform des Währungsrisikos- schleichende oder schnelle Inflation vernichtet das angelegte Kapital
„Klumpenrisiko“ – Sie verteilen Ihr Kapital nicht bzw. nicht ausreichend auf verschiedene Anlageformen.
Overleveraging – Sie liegen korrekt im Markt, aber Sie verwenden einen zu starken Hebnel und ein kleiner Rückschlag vernichtet ihr Kapital.

In späteren Artikeln werde ich die einzelnen Risiken näher erläutern.


Über den Autor: Ulrich Horst Benzing ist Diplom-Informatiker. Er studierte in Saarbrücken Informatik und Wirtschaftswissenschaften mit Betonung auf Investition, Finanzierung, effiziente Algorithmen, Datenbanken und VLSI Design. Er ist seit rund 22 Jahren aktiv in den Bereichen Informationstechnologie und Finanzen.

Regeln für den Investor: Die erste Grundregel des Investierens

Filed under: Investieren — Schlagwörter: , , , , — uhb @ 14:42:53

Was man unbedingt beachten muss, um nicht Pleite zu gehen und als Investor erfolgreich zu sein: Die erste Grundregel des Investierens


Liebe Leser: ich beschäftige mich mit Investment und Finanzierung seit mehr als 20 Jahren und möchte nun meinem Leserkreis mein Wissen weitergeben.

Die erste Frage, die ich mir im Sinne meiner Leser stelle, ist die: Was bringt meinen Leser am meisten weiter?

  •  Nun, Zuallerst, meine Fehler nicht zu machen;
  • zweitens, die gleichen guten Grundsätze zu befolgen,
  • drittens, an (vielen) Beispielen zu lernen.

Also fangen wir gleich mit dem grössten Fehler an, den man machen kann: Spekulieren mit zwingend anderweitig benötigtem Geld. Und hier gibt es gleich das Erste zu lernen: Sie dürfen niemals mit Geld spekulieren, das Sie zwingend für Ihren Lebensunterhalt brauchen. Absolut. Niemals. Auch wenn das heisst, dass sie in jungen Jahren nur wenig spekulieren können.


Über den Autor: Ulrich Horst Benzing ist Diplom-Informatiker. Er studierte in Saarbrücken Informatik und Wirtschaftswissenschaften mit Betonung auf Investition, Finanzierung, effiziente Algorithmen, Datenbanken und VLSI Design. Er ist seit rund 22 Jahren aktiv in den Bereichen Informationstechnologie und Finanzen.

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